Thira,
die Therapiehündin

Thira,
meine Golden Retriever-Hündin, hat mich bereits als Welpe bei meinen
Besuchen im Altersheim
begleitet und dabei mit ihrem fröhlichen Wesen, ihrer Lebensfreude
nicht nur meine Mutter, sondern auch viele
andere HeimbewohnerInnen „um den Finger gewickelt“.
Die Liebe und das Vertrauen von Thira zu Menschen und die positiven
Reaktionen der alten Leute berührten mich
immer sehr und haben mich auf die Idee gebracht, mich mit meiner Hündin
zum Therapiehunde-Team ausbilden zu
lassen. So haben wir uns im Sommer/Herbst 2003 beim Verein PartnerHunde
Schweiz (www.partnerhunde.ch) den
notwendigen „Schliff“ erworben und ansschliessend die Prüfung
bestanden.
Es war immer mein Wunsch, neben den Betagten auch mit Kindern Kontakt
aufzunehmen, da Thira auf die kleinen
Menschen von jeher ganz besonders interessiert und freudig reagiert
hat. Durch Vermittlung einer Nachbarin kam
ich mit der Heilpädagogischen Sonderschule der Stadt Bern in Kontakt.
Nun besuchen Thira und ich seit bald 2 Jahren wöchentlich eine
Kleinklasse mit sieben Kindern im Alter von
7 bis 9 Jahren. Ebenfalls hier ist Thira immer ein willkommener Gast
und auch ihre Freude an ihren kleinen
FreundInnen ist offensichtlich. Unser erster Besuch gilt stets M., einem
mehrfach behinderten Mädchen. Es ist sehr
berührend, beobachten zu können, wie interessiert und aufmerksam
sich das am Boden sitzende Kind dem Hund
zuwendet, sein Fell sanft abtastet, auf seine Art mit ihm kommuniziert
und wie Thira sich zu M. legt, ihre Hände
leckt und sie mit den Pfoten berührt.
Anschliessend geht es weiter zu den ungeduldig wartenden anderen Kindern.
Einige von ihnen fürchten bzw.
fürchteten sich vor Hunden. Diese können in einem ersten Schritt
im geschützten Raum Distanz und Nähe zu Thira
selber bestimmen. Sie schauen vorerst meist nur zu, wie Thira mit ihren
mutigeren KollegInnen spielt, wie sie von
ihnen gebürstet oder an der Leine geführt wird oder auch,
wie sie kleine Kunststückli ausführt. In einem zweiten
Schritt können diese Kinder dann Kontakt zu Thira aufnehmen und
so, ohne dass sie überfordert werden, positive
Begegnungen erleben. Dabei ist sehr wichtig, dass stets auf die Ängste,
Bedürfnisse und Grenzen des Einzelnen
eingegangen wird. In einem dritten Schritt begleiten wir die Kinder
dann auf ihrem Waldspaziergang, wo versucht
wird, ihnen auch fremde Hunde näher zu bringen, die diesbezüglichen
Ängste durch gute Erfahrungen abzubauen.
Es ist schön und befriedigend, feststellen zu dürfen, wie
sich ehemals ängstliche Kinder im Wald mit der Zeit freier,
entspannter bewegen und zum Teil sogar den Kontakt mit fremden Hunden
und deren BesitzerInnen suchen!
Die sozialen Einsätze mit Thira – diese sind unentgeltlich
- bringen mir sehr viel, ich möchte sie nicht missen,
weder diejenigen bei den betagten Menschen noch diejenigen bei den Kindern.
Und ich bin fest überzeugt:
Thira ist diesbezüglich mit mir derselben Meinung!
Heidi
Häuselmann
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