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Kurzübersicht
der Therapien
1. Allgemeines
Psychomotorische Entwicklung
Da in einer heilpädagogischen Schule alle Kinder in irgendeiner
Form einen psychomotorischen Entwicklungsrückstand haben, ist
die Kenntnis der normalen Entwicklungsschritte des Kindes sehr wichtig.
Neben dem Wahrnehmen der besonderen Fähigkeiten ist für
die gezielte Förderung eines Kindes mit einer Behinderung
das Erkennen essentiell, wo und weshalb Erfahrungen nicht zu komplexeren
Fähigkeiten entwickelt werden können. An diesem Punkt
setzen die therapeutischen Massnahmen an. Sie sollen dem Kind durch
die besonderen Möglichkeiten und die intensive Förderung
innerhalb der Therapie helfen, seine Fähigkeiten weiter zu
entwickeln.
Therapiebesprechung
Zur Therapiebesprechung treffen sich bei Schuleinritt und dann in
regelmässigem Abstand Eltern, Lehrkraft, TherapeutInnen und
Schularzt und tauschen sich aus über den Entwicklungsstand
und die besonderen Probleme des Kindes vom pädagogischen und
medizinisch-therapeutischen Standpunkt. Daraus ergeben sich einerseits
die speziellen Förderziele für den Unterricht sowie auch
die therapeutischen Massnahmen, die in differenzierter und abgestimmter
Form für das Kind aus den unten aufgeführten Therapien
entwickelt werden sollen.
2. Therapien
Rhythmische Massage
Der Mensch bewältigt in seinen ersten Lebensjahren eine hochkomplexe
grundlegende Entwicklung; indem er durch das Tasten zum Selbsterleben
findet und in unermüdlichem Üben, zwischen Schwere und
Leichte, das Gleichgewicht im Raum erobert. Dabei ist die Körperwärme,
in ihrer Ausgestaltung und Differenzierung, der zentrale integrierende
Vermittler.
In diese
basalen Funktionszusammenhänge kann die Rhythmische Massage
unterstützend, fördernd und harmonisierend einwirken.
Ergotherapie
Ergotherapie ist eine ganzheitlich ausgerichtete medizinische Massnahme,
die davon ausgeht, dass Tätigsein ein menschliches Grundbedürfnis
ist und dass gezielt eingesetzte Tätigkeit eine therapeutische
Wirkung hat. Die Tätigkeiten in der Therapie, wie Spielen,
Basteln, Kochen/ Backen usw. werden den Interessen und Bedürfnissen
des Kindes angepasst.
In der Ergotherapie unterstützten, begleiten und fördern
wir das Kind in seiner Entwicklung und führen es zu einem erweiterten
Handlungsvermögen in persönlichen, sozialen und schulischen
Lebensbereichen. Ziel ist es, seine Teilhabe in der Schule und in
der Freizeit zu verbessern und dadurch seine Lebensqualität
zu steigern.
Heileurythmie
Die Heileurythmie ist eine Bewegungstherapie auf Grundlage der Bewegungskunst
Eurythmie.
Die Bewegungsformen, wie bestimmte von den Vokalen und Konsonanten
ausgehende Gebärden, und Rhythmen wirken auf Vorgänge
des Stoffwechsels, des Kreislaufs, der Atmung und der Sinnesorgane.
Auch Körperkompetenzen wie Geschicklichkeit, Gleichgewicht,
Zielgerichtetheit oder Erweiterung des Bewegungsspektrums werden
gezielt gefördert und unterstützen die psychomotorische
Entwicklung.
Die sich wiederholenden Bewegungsabläufe werden mit Fingern,
Händen, Armen, Beinen und Füssen ausgeführt. Bei
Bedarf werden sie durch Schritte, Sprünge und Bewegungen im
Raum erweitert.
Die Heileurythmie wirkt im Organismus entweder anregend und aufbauend
oder strukturierend und begrenzend.
Sprache
In der Sprachtherapie wird im Rahmen der Möglichkeiten des
betreffenden Kindes an individuellen Sprach- und Sprechstörungen
gearbeitet - je nach Alter des Kindes mit verschiedensten, meist
spielerischen Hilfsmitteln. Ein weiteres wichtiges Ziel ist, die
Kommunikationsmöglichkeiten des Kindes zu verbessern. Dazu
werden nach Bedarf verschiedene Elemente der „Unterstützten
Kommunikation“ eingesetzt, wie Gebärden, Piktogramme,
Kommunikationstafeln.
Musiktherapie
Musik berührt den Menschen in seinem Innersten und regt ihn
dazu an, entweder sich zur Musik zu bewegen oder ihr still zuzuhören.
Mit Musik kann der Mensch aber auch sein Erleben und Empfinden,
das in Wort und Bild nicht fassbar ist, ausdrücken und so daran
wachsen. Deshalb ist Musik als Musiktherapie ein wertvoller Helfer
beim Aufarbeiten von psychomotorischen und seelischen Schwierigkeiten.
Zudem bietet sie die Möglichkeit, das Zuhören und das
soziale Verhalten zu schulen und zu pflegen.
Malen
Farbig Das Leben geniessen,
das Leben erfahren,
Freudig das Leben lebendig erhalten begleiten
im Leben sein,
Ideenreich sich im Lebendigen finden
Werken
Mit der Hand ertastet, ergreift, verändert der Mensch abmessend
die Erde und entfaltet sich dabei selber.
Die Werkstatt bietet den Klassen, Kleingruppen und einzelnen Kindern
einen therapeutischen Raum – sie werden fachlich geführt.
Einige Werkstoffe:
Lehm > spielen, modellieren, Keramik
Holz > schreinern, schnitzen
Stein > den Kern treffen, die Haut bilden
Metall > Kupfer treiben, schmieden.
Werken fördert die Selbstkompetenz, die praktische Fachlichkeit
und die berufliche Eingliederung und damit die Integration in die
Gesellschaft.